Urheberrechtsverletzungen als Zensurtool

Offenbar war sich ein Polizist in den USA sehr wohl bewusst, daß sein Verhalten auf einem Video aufgezeichnet zu Problemen für Ihn führen könnte. Während der übergriffigen Diensthandlung ließ er laut einen Taylor Swift Song auf dem Handy abspielen, um damit den Youtube Algorithmus implizit anzusteuern. Die Idee des Polizisten: der youtube Filter filtert automatisch Inhalte, die Songs mit Copyright Protection im Ton haben und blockiert dann automatisch. (Das stimmt nur bedingt, da auch Inhalte freigegeben werden können von den Inhabern und dann lediglich eine Zählung zur Zahlung erfolgt.)

Grundsatzurteil zu Falschzitaten soll Opfern helfen

Renate Künast geht gegen verzerrende bzw. falsche Zitate vor. Der Gerichtsstreit bezieht sich auf Falschmeldungen z.B auch in Bildern mit Sprüchen, wie sie auf Facebook häufig verwendet werden. Dabei muss Facebook sorge tragen entsprechende Inhalte auch in geschlossenen Gruppen zu löschen. Künast will damit Menschen helfen, die von solchen Diffamierungen und Falschmeldungen betroffen sind und Ihnen durch das Urteil zu Rechtssicherheit verhelfen. Bisher mussten die Opfer in mühsamer Einzelarbeit die entsprechenden Posts melden und hoffen, daß Facebook auch seiner Löschpflicht nachkommt.

Artikel dazu in der Zeit ->

Facebook leckt und leckt und leckt…

Es hört einfach nicht auf! Nachdem wir letzte Woche den kompletten Datensatz des letzten leaks nutzen konnten haben wir ein bisschen damit herumgespielt. Ganz leicht konnten wir Cluster von Logins an politisch relevanten Stellen nachverfolgen und konnten kurze Zeit später komplette Datensätze von sozial vernetzten Gruppen mit Handynummern erkennen.
Bemerkenswert war jedoch die Aktualität und die Qualität des Datensatzes, inklusive Mobilnummern und E-Mailadressen.

Nun, kaum eine Woche später ist erneut ein großer Datensatz auch aus Deutschland aufgetaucht, was die Netzpolitik zum Anlass nahm einige der Telefonnummern die Bundestagsabgeordeneten gehören anzurufen. Und wer schon immer mal die Facebook ID von z.B. Philip Amthor einsehen möchte sollte sich diesen Artikel in der Netzpolitik nicht entgehen lassen:
https://netzpolitik.org/2021/facebook-datenleck-wir-haben-die-bundestags-abgeordneten-angerufen-deren-handynummern-jetzt-oeffentlich-sind/

Wer ganz praktisch wissen möchte ob er/sie Teil des Lecks ist, kann das hier ganz einfach überprüfen:
https://haveibeenpwned.com/

Facebook möchte ja eher nicht darüber informieren:
https://www.heise.de/news/SMS-Spam-nach-Datenleck-Facebook-will-Betroffene-nicht-informieren-6009106.html

Noch mehr zu lesen:
https://taz.de/Nach-dem-Datenleck-bei-Facebook/!5760938/

Über die kulturellen Folgen von Inhalten:
https://netzpolitik.org/2021/desinformation-auf-facebook-erst-handeln-wenn-es-zu-spaet-ist/

Zentrale Speicherung – zentrales Problem – Luca APP

Momentan wird eine App zur Kontaktverfolgung sehr medial angepriesen – die LUCA App. Das Aushängeschild SMUDO bewirbt sie Talkshow um Talkshow als Möglichkeit wieder ein “normales” Leben zu führen. Leider hält die App ihre Versprechen zur Privatsphäre nicht, ungewünschtes deanonymisieren und Nachverfolgen ist möglich. In der Reihe der vielen hinausgeworfenen Gelder hat MV und Berlin bereits Lizenzen für 1,1 Mio und 400.000 Euro bestellt. Die private und offizielle App des Bundes will die Kontaktverfolgung sicher und dezentral ab April anbieten.-> Netzpolitik.org zur App

-> Netzpolitik Podcast mit ausführlichen Infos

Microsoft gefährlich und unerwünscht

Schlechte Zeiten für den Softwareriesen Microsoft: nachdem der Exchange Server Hack, aufgrund einer Sicherheitslücke von dem offensichtlich auch Bundesbhörden betroffen waren, für Schlagzeilen sorgte –> Tagesspiegel, ->FAZ, -> Heise.de folgen noch mehr Probleme für das öffentliche Ansehen.
Der Datenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern will keine Microsoft Produkte mehr innerhalb der Behörden, da der Datenschutz nicht garantiert werden kann. –> Heise.de

Clubhouse und die Schattenprofile

Die neue APP Clubhouse sammelt fleissig Daten von Telefonbüchern und legt damit Schattenprofile mit Einträgen an, die niemals einer Datenverarbeitung zugestimmt haben. Die “Digitalisierungsministerin” Dorothee Bär erinnert in ihrer Haltung dazu fatal an Verona Feldbusch in den frühen Jahren, mit ihrem ” ist doch gar nicht schlimm”.

Der Zeit Artikel beschreibt die Mechanismen der Schattenprofile und die Bankrotterklärung zum Datenschutz der dazugehörigen Politik. -> https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2021-02/datenschutz-clubhouse-chat-app-handynummer/komplettansicht

What`s App und Datenschutz – lets go Signal!

WhatsApp ist sicher nicht alternativlos. Mit den neuen Nutzungsbedingungen, die das Zusammenführen der Profile von Facebook und WhatsApp erlauben ist spätestens der Zeitpunkt gekommen sich zu verabschieden. Die App lässt auch einfach keine Wahl mehr, entweder Zustimmung oder raus ist die Alternative. Also: raus ! Wie genau es geht und warum Telegram nicht so gut, Signal oder Threema schon besser sind, erläutert dieser Artikel bei -> Netzpolitik.org

Gangbang.pdf? Was Druckdateien so petzen….

Beim nächsten Drucken eines Dokuments auf einer öffentlichen Maschine ist es gut sich an den Artikel in der Netzpolitik zum Thema: “gesammelte Dateinamen von Druckdaten im Europäischen Parlament” zu erinnern. Dort wurden über mehr als 18 Monate Name und Inhalt des Dokuments, sowie der Nutzername gespeichert. Dieser wiederum ließ sich per Chipkarte rückverfolgen.

Auch im allgemeinen Gebrauch ist das Thema Druckdaten heikel, denn die meisten professionellen Drucker verwenden interne Festplatten. Die nicht fachgerechte aber billigere Entsorgung von Altgeräten hat auf diese Weise schon manches Schätzchen in die Öffentlichkeit gebracht. Mittlerweile kann das zumindest im EU-Parlament nicht mehr so lange passieren -die Speicherfrist auf 192 Stunden begrenzt.

Daten in Blackboxen von Autos, Social Media bei Tätersuche

Wer sich schon immer mal über die eingebaute Datensammelei in Neuwagen Gedanken gemacht hat, findet hier einen interessanten Artikel über einen Staatsanwalt, der aus dem Alltag erzählt in dem er mit Daten aus Autoblackboxen Prozesse führt. In einem Nebensatz verweist er außerdem auf die Tätersuche mittels öffentlich zugänglichen Facebookdaten: der Täter wurde auf einem Foto seiner Freundin von einem Polizisten identifiziert.

-> Berliner Zeitung v. 5.10.2020