Gesundheitsämter hacken mit der Luca App

Diese Woche hat der Sicherheitsforscher Makus Mengs eine gravierende Sicherheitslücke in der Luca App veröffentlicht. In kurz gefasst ist es möglich Schadcode über die Luca App in die Software der Gesundheitsämter einzuschleusen. Wie der Hack genau funktioniert wird in diesem -> Video ausführlich erklärt . Was für Risiken damit zusammenhängen, v.a. auch zukünftige und wie Luca zwar ein gewiefter Verkäufer ist, aber mehr eben auch nicht kann man hier nachlesen -> Artikel in der Zeit; -> Netzpolitik.org zur Luca App Lücke

“Luca hat das Risiko – wie immer – kleingeredet, statt es ernst zu nehmen.” Die Schwachstelle sei in wenigen Minuten zu beheben, “was es umso schlimmer macht, dass Nexenio den Fehler überhaupt gemacht und dann auch noch herumdiskutiert hat, statt sauber zu arbeiten”. (Zeit Online: “Luca-App:Hacker können Gesundheitsämter über Luca angreifen”, 27.05.2021)

Warum muss schon wieder über die LUCA APP berichtet werden? Weil es nicht sein kann, daß ein Staat Millionen ausgibt für ein Produkt, das allemal mangelhaft , eher gefährlich ist. Zumal es eine offizielle App und eine Reihe von anderen Anbietern gibt, die einfach gar nicht zum Zuge gekommen sind, weder bei der Vergabe noch bei Anne Will.

Eine gute Übersicht zu den momentan am Markt befindlichen Kontakt Nachverfolgungs Apps gibt es bei der –> Handwerkskammer Frankfurt als PDF zum Download. Handwerker die echtes Handwerk pflegen ….

Nachtrag: 28.05.2021 : Heute ist das Thema auch in der FAZ angekommen. Wie schon der Zeitpunkt vermuten läßt glänzt der Autor weder mit Weitsicht noch breitem Fachwissen, er bezieht sich wohl eher auf Reaktionen der APP Macher, so schreibt er: “Potentielle Opfer der Lücke sind folglich die Gesundheitsämter, nicht die Nutzer der App. Für letztere besteht keine Gefahr, angegriffen zu werden. Sie können nur gegebenenfalls mittelbar zu Opfern werden, wenn es Hackern gelingt, die Daten zu stehlen, die in die Luca-App eingegeben wurden – also in der Regel Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.” (Bastian Benrath, Wirtschaftsredakteur, Hervorhebung nicht im Original)

Wie in dem ausführlichen Video von Makus Mengs zu sehen ist kann mehr passieren, als in dem FAZ Artikel steht. Alleine die Gefahr für die anderen Gesundheitsämter, die zentral über SORMAS verbunden sind darf nicht unterschätzt werden. An dieser Stelle darf man sich fragen ob das Alles ok ist: eine Firmensoftware, die in Sormas (immerhin offizielle Gesundheitsdaten!) angebunden wurde und deren Quellcode zum Zeitpunkt der Einbindung keinesfalls offengelegt war…Und wer sagt denn, dass nicht massenhaft Daten hieraus exportiert werden könnten bei Angriffen von aussen über die APP? Jedenfalls nicht Bastian Benrath und die FAZ….

< persönliche Notiz 🙂 > Wenn das so weitergeht mache ich einen eigenen Tag mit der Luca app und den Sicherheitsbedenken dazu auf… < / persönliche Notiz 🙂 LOL*>

Facebook leckt und leckt und leckt…

Es hört einfach nicht auf! Nachdem wir letzte Woche den kompletten Datensatz des letzten leaks nutzen konnten haben wir ein bisschen damit herumgespielt. Ganz leicht konnten wir Cluster von Logins an politisch relevanten Stellen nachverfolgen und konnten kurze Zeit später komplette Datensätze von sozial vernetzten Gruppen mit Handynummern erkennen.
Bemerkenswert war jedoch die Aktualität und die Qualität des Datensatzes, inklusive Mobilnummern und E-Mailadressen.

Nun, kaum eine Woche später ist erneut ein großer Datensatz auch aus Deutschland aufgetaucht, was die Netzpolitik zum Anlass nahm einige der Telefonnummern die Bundestagsabgeordeneten gehören anzurufen. Und wer schon immer mal die Facebook ID von z.B. Philip Amthor einsehen möchte sollte sich diesen Artikel in der Netzpolitik nicht entgehen lassen:
https://netzpolitik.org/2021/facebook-datenleck-wir-haben-die-bundestags-abgeordneten-angerufen-deren-handynummern-jetzt-oeffentlich-sind/

Wer ganz praktisch wissen möchte ob er/sie Teil des Lecks ist, kann das hier ganz einfach überprüfen:
https://haveibeenpwned.com/

Facebook möchte ja eher nicht darüber informieren:
https://www.heise.de/news/SMS-Spam-nach-Datenleck-Facebook-will-Betroffene-nicht-informieren-6009106.html

Noch mehr zu lesen:
https://taz.de/Nach-dem-Datenleck-bei-Facebook/!5760938/

Über die kulturellen Folgen von Inhalten:
https://netzpolitik.org/2021/desinformation-auf-facebook-erst-handeln-wenn-es-zu-spaet-ist/

Gangbang.pdf? Was Druckdateien so petzen….

Beim nächsten Drucken eines Dokuments auf einer öffentlichen Maschine ist es gut sich an den Artikel in der Netzpolitik zum Thema: “gesammelte Dateinamen von Druckdaten im Europäischen Parlament” zu erinnern. Dort wurden über mehr als 18 Monate Name und Inhalt des Dokuments, sowie der Nutzername gespeichert. Dieser wiederum ließ sich per Chipkarte rückverfolgen.

Auch im allgemeinen Gebrauch ist das Thema Druckdaten heikel, denn die meisten professionellen Drucker verwenden interne Festplatten. Die nicht fachgerechte aber billigere Entsorgung von Altgeräten hat auf diese Weise schon manches Schätzchen in die Öffentlichkeit gebracht. Mittlerweile kann das zumindest im EU-Parlament nicht mehr so lange passieren -die Speicherfrist auf 192 Stunden begrenzt.

Gendaten geleaked oder offiziell eingesehen ?

Wer sich aktuell fragt ob man seine Gendaten in irgendeiner Form zur Verfügung stellen sollte, beispielsweise zur Forschung sollte sich beim Thema Datenschutz gut absichern, handelt es sich bei der DNA doch um besonders sensible Daten, die eben auch NIE wieder ausgetauscht werden können, so sie einmal veröffentlicht sind.

Die Firma GEDmatch wurde unlängst dabei erwischt, eine entsprechende Datenbank der US Polizei zur Verfügung gestellt zu haben. Die Behörde glich entsprechend die externe DAtenbank mit Ihrer Sammlung von Täter/InnenDaten ab . –> Posteo News

VPN Userdaten im Netz – die Killer Mieze der Datenbanken

Die “Miau Attacke” (Spiegel) befällt in grösserem Stil Datenbanken. Noch ist nicht klar wer und vor allem welche Intention dahinter steckt, Fakt ist aber: diverse Datenbanken landeten frei zugänglich im Netz unter anderem die Datenbank eines VPN-Anbieters aus Hongkong, der mit der Sicherheit der Daten wirbt und dessen IP Adressen und Userdaten frei im Netz einsehbar waren. Wieder einmal zeigt sich bei Cloud Diensten in Bezug auf Datensicherheit und Schutzniveau ein gesundes Misstrauen zu haben und im Zweifel lieber dezentral zu organisieren. –> Spiegel