Google will (in Australien) nicht für Snippets zahlen

Es könnte zur Abschaltung von Google in Australien kommen, wenn die Regierung bei Ihrem Kurs bleibt und von Google Bezahlung auch für kleinere Textschnipsel fordert. Die Australische Regierung lässt sich davon jedoch offiziell wenig beeindrucken. Im Kern geht es um die Forderung, wie sie auch in Europa mit der EU Urheberechtsrichtline gestellt wird, dass Betreiber von Suchmaschinen für angezeigte Inhalte, die sie nicht selbst erstellt haben zahlen. https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-droht-australien-mit-abschaltung-der-suchmaschine-a-a738b74b-a8f7-444e-b40f-1115ba268648

GWB – Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen

Ausgerechnet aus der Wirtschaft kommt Hilfe bei der Gewichtung von Suchergebnissen. Bisher zeigten Amazon, Google, Facebook etc. bei Suchanfragen die Ergebnisse Ihrer Wahl an, d.h. weder das tatsächlich beste Produkt der Suchanfrage wurde oben gelistet sondern das Produkt, welches man in den entsprechenden Firmen oben sehen wollte. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen bietet nun eine gesetzliche Handhabe gegen diese Praxis und soll den Kartellämtern effektives Handeln garantieren, bevor Monopolartige Großstrukturen entstehen. Wie bereits bestehende Quasi-Monopole gezähmt werden können bleibt abzuwarten. Artikel dazu in der FAZ ->

What`s App und Datenschutz – lets go Signal!

WhatsApp ist sicher nicht alternativlos. Mit den neuen Nutzungsbedingungen, die das Zusammenführen der Profile von Facebook und WhatsApp erlauben ist spätestens der Zeitpunkt gekommen sich zu verabschieden. Die App lässt auch einfach keine Wahl mehr, entweder Zustimmung oder raus ist die Alternative. Also: raus ! Wie genau es geht und warum Telegram nicht so gut, Signal oder Threema schon besser sind, erläutert dieser Artikel bei -> Netzpolitik.org

Gangbang.pdf? Was Druckdateien so petzen….

Beim nächsten Drucken eines Dokuments auf einer öffentlichen Maschine ist es gut sich an den Artikel in der Netzpolitik zum Thema: “gesammelte Dateinamen von Druckdaten im Europäischen Parlament” zu erinnern. Dort wurden über mehr als 18 Monate Name und Inhalt des Dokuments, sowie der Nutzername gespeichert. Dieser wiederum ließ sich per Chipkarte rückverfolgen.

Auch im allgemeinen Gebrauch ist das Thema Druckdaten heikel, denn die meisten professionellen Drucker verwenden interne Festplatten. Die nicht fachgerechte aber billigere Entsorgung von Altgeräten hat auf diese Weise schon manches Schätzchen in die Öffentlichkeit gebracht. Mittlerweile kann das zumindest im EU-Parlament nicht mehr so lange passieren -die Speicherfrist auf 192 Stunden begrenzt.

E- Commerce Richtlinie vs. DigitalServicesAct

Zwei Wortmonster aus der EU Kommission sollen den digitalen Marktraum regeln: die E-Commerce Richtlinie aus dem Jahr 2000 soll in naher Zukunft durch den Digital Services Act abgelöst werden. Im Kern geht es um eine Regulierung der großen “Türsteher” Portale wenn sie in Europa Geschäftlich tätig sind. Am Ende betrifft das auch kleinere und europäische Anbieter, es könnte diesen aber durchaus helfen wenn der komplette Markt reguliert wird und sie damit vor hauseigenen Regeln der großen Marktteilnehmer geschützt würden. -> Zeit vom 14.12.2020

Fun Fact am Rande: eine geleaktes Papier zeigt die Strategie, mit der Google ein Lobbyfeuerwerk gegen den DSA zünden wollte. Darin stand eine Reihe kleinerer Unternehmen als Mitstreiter gegen die Neufassung. Allerdings äusserten sich die genannten “Gegner” des DSA nun öffentlich als Befürworter und daß sie froh seien wenn sie gesetzlich vor geschützt werden vor Google. -> Handelsblatt Artikel

Hintertüren für Nachrichten in der EU

Die EU plant ein Gesetz, welches den Einbau von Hintertüren in verschlüßelte Kommunikation, wie z.B. bei WhatsApp, vorschreibt. Artikel aus der Zeit vom 16.12.2020

Würde man potentiell alle Eingangstüren von Wohnhäusern mit einem Generalschlüßel betreten können, käme das dem Vorhaben ungefähr gleich. Verschlüßelte Kommunikation soll von Sicherheitsbehörden per extra Zugang mitgelesen werden dürfen.

Das ist per se schon gefährlich, wenn ein solcher Generalzugang einmal existiert kann er gestohlen oder missbraucht werden, aber selbst an sich ist es ein ziemlich weitreichendes Eindringen in unsere Privatsphäre. Und es besteht natürlich auch immer die Gefahr des Missbrauches, auch in Behörden, wie die Skandale um abgefragte Datensätze in Polizeibehörden (link: N-TV Artikel, Golem.de Artikel) unlängst zeigten. Allerdings könnte das das Gesetz entweder in der Abstimmung scheitern oder die obersten Gerichte (wieder) einmal den Gesetzgeber in seine Schranken weisen, siehe Vorratsdatenspeicherung .

Suchergebnisse bei Google Thema in der Politik

Mittlerweile ist auch in der Politik angekommen, daß Google Suchergebnisse keineswegs wertfrei oder die besten für Suchende sind. Schon länger wehren sich Interessenverbände aus der Wirtschaft gegen eine Bevorzugung von Suchergebnissen gegen Bezahlung oder aus dem hauseigenen Googlekosmos. Offenbar bezahlt sogar das deutsche Gesundheitsministerium für ein höheres Ranking. Nun soll es die EU regulieren, dort arbeitet man schon länger am Entwurf für einen “Digital Services Act”. Etwas mehr zu dem Thema in der FAZ ->

Von wegen dezentral – Internet ausschalten, ja das geht

Gerne wird von der Stärke des Internets durch seine Netzstruktur gesprochen. Wie sehr das Netz jedoch von nationalen Grenzen durch Bereitstellung von Infrastruktur betroffen ist, zeigt sich spätestens, wenn es einfach “ausgeknipst” wird. So geschehen kürzlich bei einer Anhörung, als das Thema Menschenrechte in China im Europaparlament per Zuschaltung aus Shanghai besprochen werden sollte….

Dazu ein Artikel in der Taz ->

Ausnahmeregelungen zur Terrorismusbekämpfung nun Gesetz

Fast wie ein Lehrstück aus “The Shock Doctrine” von Naomi Klein entnommen wirken viele Entscheidungen in der Coronakrise. In ihrem Buch analysiert Klein den Shockzustand einer Gesellschaft, der große Veränderungen forciert, bzw. diese ermöglicht. Diese Veränderungen können ökonomischer Natur sein oder z.B. Überwachung und den Entzug von Rechten betreffen. Einmal erlassen und im Rahmen einer Katastrophenbekämpfung zeitweise in Kraft, können Einschränkungen von Rechten später in Gesetze umgewandelt werden – ohne große Nachfragen und ohne großes Aufsehen. Jüngst so geschehen bei den 2002 erlassenen Normen zur Terrorismusbekämpfung, die nun im November 2020 in ein Gesetz umgewandelt wurden. -> Artikel von Kai Biermann dazu in der Zeit