Rekordstrafe für Instagram

In der DSGVO sorgte seit der Einführung das sog. “Berechtigte Interesse” für große Diskussionen und ungeklärte Fragen. Es ist so schwamming, dass man einen politischen Kompromiss dahinter vermuten könnte. Mit berechtigtem Interesse ist beispielsweise eine direkte Werbemail für Winterreifen vom Autohändler gedeckt, die ein:e Käufer:in eines Neuwages bekommt. Es wird unterstellt, der:die Kundin könnte ja eventuell Interesse an einem guten Angebot haben, weil es benötigt werden könnte.

Nun hat es zum ersten Mal eine verbindliche Entscheidung zum Art. 6 / Rechtmäßigkeit der Verarbeitung gegeben. Dabei wurden die Anwendbarkeit der “Vertragserfüllung” und des “berechtigten Interesse” erläutert.

Der EDSB stellte fest: das berechtigte Interesse als alternative Rechtsgrundlage für die Verarbeitung reicht nicht aus für die Veröffentlichung der E-Mail-Adressen und/oder Telefonnummern von Kindern . Und es entspricht nicht den Anforderungen von Art. 6 Absatz 1 Buchstabe f DSGVO, da die Verarbeitung entweder nicht erforderlich war oder, falls sie als erforderlich angesehen werden sollte, die bei der Bestimmung des berechtigten Interesses erforderliche Abwägung nicht bestanden hat.

https://edpb.europa.eu/news/news/2022/record-fine-instagram-following-edpb-intervention_de

Der Schluss war also, dass Meta/ Instagram die Daten von Kindern unrechtmässig verarbeite. Somit konnte das Bußgeld in Höhe von mehr 400 Millionen ausgesprochen werden.

Pandemie als Ausrede für immer weniger Bargeld

Bargeld als Zahlungsmittel wird immer mehr zurück gedrängt und die Pandemie dient gerne als Begründung um die Nutzung immer weiter zu erschweren. Neuestes Beispiel : die Berliner Öffis, die BVG nimmt in Bussen in Zukunft nur noch elektronisches Geld für den Ticketkauf an. Noch ist es ein Pilotprojekt, denn zur endgültigen Einführung wird die Zustimmung der Tarifgenehmigungsbehörde benötigt, geplant ist die ausschliesslich bargeldlose Zahlung aber als dauerhaftes Modell. –> Artikel Tagesspiegel Berlin

Immer mehr öffentliche stellen verweigern damit die Annahme eines gesetzlich vorgeschriebenen Zahlungsmittels. In Berliner Bürgerämtern kann zumeist auch nur per EC-Terminal bezahlt werden.

Damit wird anonymes Bezahlen immer weiter zurück gedrängt, das Netz von verknüpfbaren Daten, über täglichen Verhaltensweisen immer enger.

Apple scant Europa, Google auch – neue Streetview Bilder

Es ist eher eine unspektakuläre Meldung, die Daten daraus dürften jedoch umso interessanter sein. Apple möchte seinen Kartendienst mit Bildern verbessern und schickt gerade Autos in Europa herum, die Aufnahmen machen. In einigen Gebieten mit schlechtem Autozugang erledigen das Menschen mit Rucksackkameras. Gleichzeitig erneuert Google seine Datenbasis und schickt ebenfalls Fahrzeuge und Menschen auf Bilderfang. Google verfügt im Gegensatz zu Apple schon über altes Material, damit kann man so einiges an Daten gewinnen, wenn z.B. Änderungen an Orten per Machinelearning explizit verglichen werden und so z.B. Erkenntnisse gewonnen werden können über Immobilienwerte, um ein Beispiel von unzähligen zu skizzieren.
Wenig lustiger Sidekick: die FAZ , die die Meldung heute verbreitete, zeigt mal wieder wenig Vorstellungskraft und kritische Kompetenz , wenn es um digitales geht. Implizit findet man die Kartierung der beiden Großkonzerne toll und unterstellt Datenhoheit der UserInnen indem man auf die Möglichkeit der Verpixelung von Häusern hinweist. Aussredem unterstellt man Transparenz bei der Datenerhebung mit einem Link zu Google, wo man nachsehen kann, wann die Fahrzeuge , wo fahren. Auf der Google Seite stehen untransparent nur das Bundesland und ein Zeitraum von 7 Monaten….

Ein Berliner NGO Projekt hat übrigens beim Protest gegen den Amazon Neubau versucht einen ganzen Stadtteil mit Hilfe einer Bürgerinitiative zu verpixeln.

Wer nicht möchte, dass alle Welt weiss wie man wohnt kann dies bei Apple unter :

MapsImageCollection@apple.com anfordern, bei Google ist es etwas schwieriger (;-)) aber hier kann man sich informieren, wie es geht und wie man sich ggf. beschweren kann. ->

Urheberrechtsverletzungen als Zensurtool

Offenbar war sich ein Polizist in den USA sehr wohl bewusst, daß sein Verhalten auf einem Video aufgezeichnet zu Problemen für Ihn führen könnte. Während der übergriffigen Diensthandlung ließ er laut einen Taylor Swift Song auf dem Handy abspielen, um damit den Youtube Algorithmus implizit anzusteuern. Die Idee des Polizisten: der youtube Filter filtert automatisch Inhalte, die Songs mit Copyright Protection im Ton haben und blockiert dann automatisch. (Das stimmt nur bedingt, da auch Inhalte freigegeben werden können von den Inhabern und dann lediglich eine Zählung zur Zahlung erfolgt.)

Zensur, Filter und die “Shopping Mall Democracy”

Es ist Sommer, Zeit für ein paar grundsätzliche Statements von einem der Moreprivacy.rocks ichs.

Ich hatte den Begriff “Shopping Mall Democracy” bereits an anderer Stelle eingeführt, in einigen Meldungen, der letzten Tage wurde der Mechanismus dahinter jedoch so präsent, daß ich ihn wiederholen und einordnen möchte: es geht um Zensur im Raum, der sich oft öffentlich gibt, zumindest aber halböffentlich ist und in dem sich staatliche Regeln hinter den Hausregeln der Betreiber anstellen. Dabei ist es egal ob es sich um Geschäftsbedingungen wie bei Facebook handelt oder um Hausregeln wie in der Mall. Verhaltensnormen führen dazu, daß Menschen sich in der Mall oder im virtuell reguliertem Raum eines Messengers oder Netzwerkes treffen können, sich die Orte also als frei zugängliche Orte des Treffens und der Kommunikation verschiedener Akteure darstellen, aber defacto eigenen Regeln folgen, die z.B. das austeilen von Flugblättern verbieten oder die Art und Weise des Aufenthaltes bestimmen. Bei den Sozialen Medien sind das entsprechende Regeln zur Regulierung der Inhalte oder Ästhetik. Beiden gemein ist, daß sie zwar privat sind aber auch oft die einzigen Orte, an denen Öffentlichkeit außerhalb der Großstädte überhaupt statt finden kann. Auch gemein ist beiden, daß sie Geschäftsprinzipien folgen und keine soziale Funktion haben, wie die klassischa Piazza, der Platz in der Stadt oder der öffentliche Raum an sich. Es geht also um den Konsum, oder den Gewinn, auch wenn das so nicht sofort ersichtlich ist. Die Mallbetreiber sind genauso gewinnorientiert wie Marc Zuckerberg(Whatsappinstafacebookundwassonstnoch), auch wenn sie sich menschenfreundlich inszenieren, das Motiv ist das Shareholdervalue und nicht die Stakeholder, also wir, die Menschen und das Soziale einer Gemeinschaft.

Das betrifft im Übrigen Alle Akteure in der IT Welt, es macht kaum Unterschied ob es Apple ist, Google, Telegram oder Andere. Alle sperren auf Geheiss der jeweiligen Staatsmächte Zugänge, geben Daten weiter, regulieren oder überwachen. Egal wie es nach aussen verkauft wird, der Unterschied bewegt sich in Nuancen und ist Teil der Inszenierung.

Wir bemerken es nicht, oder wollen es nicht bemerken, weil wir Teil der schönen neuen Datenwelt sind, aber es ist Vorsicht geboten, denn ganz heimlich aber stetig werden auch die westlichen Demokratien mit ihrem hohen Loblied auf die individuelle Freiheit immer übergriffiger, was die Sammlung von Daten betrifft. Und auf der anderen Seite schleicht sich über private Anbieter immer mehr der Mechanismus des freiwilligen Scorings ein. Wer hat noch nie bei Ebay, Ebay Kleinanzeigen, Amazon, Booking, Google oder sonstwo eine “Bewertung” hinterlassen? Facebook wirbt ganz offen mit der Transparenz über das Verhalten durch die Profile im sozialen Netzwerk und Algorythmen belohnen und bestrafen heimlich wenn die UserInnen viel oder wenig Zeit in den Netzen verbringen. Da ist die Grenze zu Chinas viel gescholtenem Sozialkredit nicht besonders weit. Und wer heute an der Ladentür eines Geschäftes scheitert, weil er sich weigert die Luca App zu benutzen merkt, wie tief sich das System bereits heimlich in unseren Strukturen etabliert hat.

Leider ist der Begriff “Shopping Mall Democracy” etwas irreführend, da er unterstellt die Demokratie funktioniere noch. Die aktuellen Meldungen lassen anderes vermuten. Der Staatstrojaner soll ein weiteres Mal eingeführt werden – > Heise.de, bei einem Opel Zulieferer werden auf wundersame Art Gewerkschaftsseiten blockiert -> FAZ Tiktok will in den USA Biometrische Daten und Audiodaten Sammeln -> Spiegel.de, Apple und Google sperren Telegram Kanäle (Strafverfolgung wo bleibst du, warum machen das Konzerne?) -> Tagesspiegel und auf der Straße tragen alle stolz ihre Handys an Kordeln, wie früher alleine reisende Kinder die Identitätsunterlagen. Alles schön flauschig in der “Shopping Mall Democracy”.

News bei Google und Facebook

Als Australien zu Jahresbeginn große Portale sperrte um etwas Bewegung in die Debatte für die Bezahlung von Nachrichten bei Google. Kritiker behaupteten die Regierung hätte gemeinsame Sache mit dem größten Australischen Medienkonzern gemacht, dem es um Geld für die Inhalte ging. Befürworter freuten, sich weil nun endlich überhaupt Geld bezahlt würde und nicht nur Geld bei den Tech Plattformen hängen bliebe. Dass dieses bezahlte Geld nur Brosamen eines übermächtigen Herrschers wäre, der die Spielregeln bestimmt, wurde in der Häme über die Sperre nur zugern übersehen.

Nun hat es eine Einigung gegeben, wie heute das Handelsblatt -> berichtet. Der australische Medienkonzern Nine Entertainment-> liefert Inhalte und bekommt dafür Geld.

“Der Deal beinhalte die Lieferung von Inhalten für Googles News Showcase für fünf Jahre und für eine ähnliche Facebook-Plattform für drei Jahre. Das in Sydney ansässige Unternehmen – > erwarte für die Verlagseinheit nun ein Wachstum von 30 bis 40 Millionen Australische Dollar (rund 19 bis 25 Millionen Euro) im Geschäftsjahr 2022.” (Handelsblatt, 04.06.2021)

Gleichzeitig gibt es in Deutschland seit Mai auf Facebook News aus einigen Zeitungen zu sehen. Im Facebook Sprech heisst das “Newsfeed für dezidiert journalistische Inhalte” (Heise.de ->) und argumentiert wird mit dem Schutz vor Fake News. Facebook möchte damit die Interessen der UserInnen noch besser kennen lernen und auf dieser Basis relevante Inhalte anzeigen.

Ob Beide Nachrichten für die Verlage eine gute Nachricht sind bleibt zu bezweifeln, denn die UserInnen werden so immer weniger selbst nach für sie relevanten Themen suchen, zumal auf den Originalseiten der Medienhäuser. Die Plattformen lernen noch mehr über die Ansichten, das Verhalten und die Vorlieben der Nutzenden und können damit noch viel genauere Persönlichkeitsprofile in den Markt bringen. Und am Ende wird wohl noch mehr Zeit auf den Plattformen verbracht. Als Zukunftsvision ist es sehr wohl möglich damit Diskussionen, die unter den Artikeln bei den entsprechenden Medien möglich sind zu Facebook und Co zu verschieben, klassisches -> User-nudging. Und dann steht die Frage im Raum, ob Medien die bei dieser Marktkonzentration bewusst nicht mitmachen, nun LeserInnen verlieren und irelevanter werden, was für deren ohnehin fragile Geschäftsmodelle bedrohlich wäre. Ausserdem legt keine der Techplattformen die Algorythmen offen, auf deren Basis Entscheidungen getroffen werden. Bei Tiktok kann man heute schon beobachten, wie kritische Inhalte gefiltert werden, auch wenn der Konzern das dementiert.
Was bedeutet das für unseren Medienkonsum und unsere Meinungsbildung, wenn in Zukunft Facebook und Google entscheiden? Und wie immer ganz zum Schluß kommen die UrheberInnen: bisher hat sich noch keiner mit einem “Hurra” geäussert, denn nach wie vor dürfte gut recherchierter, kritischer Journalismus im Gegensatz zu Influenzer Videos mit den Brosamen des Marktes nach hause gehen.

Gesundheitsämter hacken mit der Luca App

Diese Woche hat der Sicherheitsforscher Makus Mengs eine gravierende Sicherheitslücke in der Luca App veröffentlicht. In kurz gefasst ist es möglich Schadcode über die Luca App in die Software der Gesundheitsämter einzuschleusen. Wie der Hack genau funktioniert wird in diesem -> Video ausführlich erklärt . Was für Risiken damit zusammenhängen, v.a. auch zukünftige und wie Luca zwar ein gewiefter Verkäufer ist, aber mehr eben auch nicht kann man hier nachlesen -> Artikel in der Zeit; -> Netzpolitik.org zur Luca App Lücke

“Luca hat das Risiko – wie immer – kleingeredet, statt es ernst zu nehmen.” Die Schwachstelle sei in wenigen Minuten zu beheben, “was es umso schlimmer macht, dass Nexenio den Fehler überhaupt gemacht und dann auch noch herumdiskutiert hat, statt sauber zu arbeiten”. (Zeit Online: “Luca-App:Hacker können Gesundheitsämter über Luca angreifen”, 27.05.2021)

Warum muss schon wieder über die LUCA APP berichtet werden? Weil es nicht sein kann, daß ein Staat Millionen ausgibt für ein Produkt, das allemal mangelhaft , eher gefährlich ist. Zumal es eine offizielle App und eine Reihe von anderen Anbietern gibt, die einfach gar nicht zum Zuge gekommen sind, weder bei der Vergabe noch bei Anne Will.

Eine gute Übersicht zu den momentan am Markt befindlichen Kontakt Nachverfolgungs Apps gibt es bei der –> Handwerkskammer Frankfurt als PDF zum Download. Handwerker die echtes Handwerk pflegen ….

Nachtrag: 28.05.2021 : Heute ist das Thema auch in der FAZ angekommen. Wie schon der Zeitpunkt vermuten läßt glänzt der Autor weder mit Weitsicht noch breitem Fachwissen, er bezieht sich wohl eher auf Reaktionen der APP Macher, so schreibt er: “Potentielle Opfer der Lücke sind folglich die Gesundheitsämter, nicht die Nutzer der App. Für letztere besteht keine Gefahr, angegriffen zu werden. Sie können nur gegebenenfalls mittelbar zu Opfern werden, wenn es Hackern gelingt, die Daten zu stehlen, die in die Luca-App eingegeben wurden – also in der Regel Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.” (Bastian Benrath, Wirtschaftsredakteur, Hervorhebung nicht im Original)

Wie in dem ausführlichen Video von Makus Mengs zu sehen ist kann mehr passieren, als in dem FAZ Artikel steht. Alleine die Gefahr für die anderen Gesundheitsämter, die zentral über SORMAS verbunden sind darf nicht unterschätzt werden. An dieser Stelle darf man sich fragen ob das Alles ok ist: eine Firmensoftware, die in Sormas (immerhin offizielle Gesundheitsdaten!) angebunden wurde und deren Quellcode zum Zeitpunkt der Einbindung keinesfalls offengelegt war…Und wer sagt denn, dass nicht massenhaft Daten hieraus exportiert werden könnten bei Angriffen von aussen über die APP? Jedenfalls nicht Bastian Benrath und die FAZ….

< persönliche Notiz 🙂 > Wenn das so weitergeht mache ich einen eigenen Tag mit der Luca app und den Sicherheitsbedenken dazu auf… < / persönliche Notiz 🙂 LOL*>

Mit Unkenntnis Karriere machen – CDU im digitalen Wahlkampfmodus

Axel Voss fiel ja schon im Streit um die Urheberrechtsreform nicht sonderlich durch Digitalkompetenz auf.(->Golem Artikel) Nun macht sich die FAZ zum Sprachrohr einer Initiative, die die DSGVO inbesonders im Bereich Gesundheitsdaten aufweichen will. Mit fadenscheinigen Argumenten und offenkundig wenig Ahnung von Anonymisierung will Axel Voss Gesundheitsdaten einfacher verarbeiten lassen. Unsere Empfehlung: weniger Abendliche Treffen mit sog. Interessenvertretern und ein bisschen Nachhilfe in digitaler Bildung. -> Kommentar v. Axel Voss in der FAZ

Auch Dorothee Bär fällt nicht durch Kompetenz auf (->:)). Eine Digitalministerin, die zuerst die Rechner auf dem Schreibtisch abbauen lässt um sie mit Pads zu ersetzen, ist ein rotes Tuch für die vielen unsichtbaren, sehr kompetenten, weiblichen Nerds. Der Spiegel fasst das in spitzfindige aber toll geschriebene Worte (leider hinter einer Bezahlschranke) : –> Dorothee Bär :”Das fröhliche Gesicht der digitalen Misere in Deutschland.”

Donald Trump vs. Facebooks Oversight Board

Ein kurzer Kommentar:

Donald Trump, der seine Newsletter aktuell immer noch mit „45th President of the United States“ unterschreibt bleibt weiter bei Facebook gesperrt. Was zunächst nach einer guten Nachricht klingt, ist jedoch durchaus fragwürdig, denn es geschieht abgesegnet von einem sog. „oversight board“, ein Gremium, das Facebook selbst geschaffen hat und auch finanziert. Ein sozialer Raum, der Regeln aufgrund von Geschäftsbedingungen erläßt und mit dem oversight board eine außergerichtlichliche Instanz als Clearingstelle einsetzt. Das erinnert stark an eine „shopping mall democracy“, ein Raum, der sich öffentlich gibt aber durch und durch privat ist und rein den Geschäftsinteressen der Betreiber unterliegt, die Umgangsformen innerhalb der Mall so bestimmen können, als wäre es ihr Wohnzimmer. Sehr problematisch wird diese Art der Demokratieauslegung mit der Größe und folglich der Relevanz -im Falle von Facebook immerhin ca. zwei Milliarden Nutzer*Innen. Mit einer de-facto Monopolstellung wächst auch das öffentliche Interesse. Dieses sieht Facebook zwar durch das eigene Gremium gewahrt, aber an sich bedeutet die Sperrung Donald Trumps nur, daß es jede/n treffen kann. Besonderes Augenmerk sollte man auch auf den Zeitpunkt der Sperre richten, sie erfolgte nicht innerhalb der Amtszeit, obwohl die Posts von Donald Trump auch damals oft grenzwertig waren. Offenbar hatte Facebook zuviel Angst sich mit einem Präsidenten anzulegen , der die Macht gehabt hätte, die Shopping Mall Facebook zu regulieren.

-> So berichtet der Spiegel:

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-durfte-donald-trumps-nutzerkonten-sperren-aber-nicht-dauerhaft-a-a2bff8d5-6851-4610-aaa0-3b7da97de90ft

-> ein Kommentar aus der ZEIT dazu:

https://www.zeit.de/digital/internet/2021-05/facebook-donald-trump-oversight-board-entscheidung-sperrung-kapitol/komplettansicht

Grundsatzurteil zu Falschzitaten soll Opfern helfen

Renate Künast geht gegen verzerrende bzw. falsche Zitate vor. Der Gerichtsstreit bezieht sich auf Falschmeldungen z.B auch in Bildern mit Sprüchen, wie sie auf Facebook häufig verwendet werden. Dabei muss Facebook sorge tragen entsprechende Inhalte auch in geschlossenen Gruppen zu löschen. Künast will damit Menschen helfen, die von solchen Diffamierungen und Falschmeldungen betroffen sind und Ihnen durch das Urteil zu Rechtssicherheit verhelfen. Bisher mussten die Opfer in mühsamer Einzelarbeit die entsprechenden Posts melden und hoffen, daß Facebook auch seiner Löschpflicht nachkommt.

Artikel dazu in der Zeit ->